Mittwoch, 27. November 2013

Nestlés Umgang mit Wasser


Nestlé – ein schweizerisches multinationales Unternehmen mit hundertjähriger Geschichte ist mittlerweile der weltweit größte Nahrungsmittelkonzern und globaler Marktführer im Geschäft mit Mineralwasser, Schokolade und Kaffee. Hier seht ihr welche Marken alle dazu gehören. Nach außen wird versucht, das Bild eines verantwortungsvollen Unternehmens aufrecht zu erhalten. Nestlé wirbt zB. auf seiner Homepage mit sozialem Engagement, der Unterzeichnung des Global Compact und für einen „verantwortungsvollen Umgang mit Wasser“. Näher betrachtet, sieht die Situation allerdings anders aus. 

Die Kritik an Nestlé reicht von Kinderarbeit über unfairen Handel, Tierversuche und Regenwaldzerstörung. 2013 wurde Nestlé verurteilt, weil der Konzern die Organisation Attac (Kritiker von Nestlé, welche ein Buch über das Unternehmen schreiben wollten) ausspionierte (mehr dazu unter: http://www.multiwatch.ch/de/p97000084.html). In Kolumbien wurden mehrere kritische Nestlé-Gewerkschafter ermordet. Hier wird dem Konzern Mitverursachung vorgeworfen. 

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Umgang des Unternehmens mit Wasser. 1/10 des Gesamtumsatzes macht Nestlé mit Flaschenwasser und ist damit zusammen mit Coca Cola, Pepsi und Unilever einer der Konzerne, die den weltweiten Trinkwassermarkt beherrschen. Das Unternehmen kauft Wassernutzungsrechte für wenig Geld in Entwicklungsländern, um dort das Wasser anzuzapfen, mit Mineralien zu versehen und teuer zu verkaufen. Durch die Produktion sinkt der Grundwasserspiegel und die umliegenden Brunnen werden trockengelegt. Die Konsequenz: Die oft arme Bevölkerung hat keinen Zugang zum Grundwasser mehr und ist auf das teure Flaschenwasser angewiesen. Zudem wird das oft saubere Grundwasser von dem Unternehmen schlecht geredet. 

Genau dies passierte beispielsweise in Algerien und Pakistan. Nestlé warb für „Pure Life“ mit einem Wasser, welches langes Leben verspricht und stellte das Brunnenwasser als verschmutzter dar, als es eigentlich war. Damit wurden tausende Arme Leute dazu animiert, das Nestlé Wasser zu trinken. Mittlerweile ist „Pure Life“ das zweiterfolgreichste Flaschenwasser der Welt und wird vor allem in Entwicklungsländern verkauft. So schafft Nestlé eine Nachfrage nach Wasser, um sie dann später zu befriedigen anstatt in diesen Ländern zu helfen, die öffentliche Wasserversorgung auszubauen. 
Problematisch ist dies außerdem, weil Wasser nicht einfach irgendeine Ressource ist, sondern ein Menschenrecht und überlebensnotwendig. Es ist eine gefährliche Entwicklung, dass mehr und mehr Wirtschaftsunternehmen sich im Zuge der Privatisierung von Wasser dieser knappen Ressource bemächtigen. Sie fassen Wasser als Produkt auf und versuchen so viel Geld wie möglich aus dieser Ressource zu schlagen.

Für alle Passauer: Im  Dokumentarfilm Bottled life wird Nestlés Umgang mit Wasser kritisiert. Er hat mittlerweile viele Film- und Medienpreise gewonnen und läuft vom 28.11 bis 4.12  in Passau im Scharfrichterkino. Schaut euch den Film an, um herauszufinden, wie glaubwürdig die sozialen Bekenntnisse von Nestlé wirklich sind und bildet euch eine Meinung! 

Eine interessante Doku zu dem Thema findet ihr hier:  




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