Freitag, 13. Dezember 2013

Saisonkalender, Gemüsekisten und Wochenmärkte

Für die meisten von uns stellen Obst und Gemüse Grundnahrungsmittel dar, denn Ernährungsexperten empfehlen den Verzehr von mindestens fünf Portionen Obst oder Gemüse pro Tag. Bei beiden Nahrungsmitteln stellt sich die Frage, wo man diese am besten kauft und welche Sorten aktuell überhaupt Saison haben. Auf der hier hinterlegten Seite findet ihr sowohl für Obst als auch für Gemüse Saisonkalender.  Für uns alle bedeutet die Orientierung an diesen Kalendern viele Vorteile: Besserer Geschmack, weniger Schadstoffe und ein günstigerer Preis. Doch wo kann man Gemüse und Obst kaufen, das aktuell Saison hat und zusätzlich, wenn möglich, aus regionaler Produktion oder gar von Biohöfen stammt?

Eine wunderbare Art und Weise, überwiegend regionale und frische Lebensmittel zu beziehen, ist die Bestellung einer Gemüsekiste (auch Bio- oder Ökokiste genannt). Die Belieferung von Privathaushalten mit Gemüsekisten hat sich in Deutschland mittlerweile etabliert und in den meisten Regionen findet sich ein Produzent, bei dem man eine solche Kiste bestellen kann. Ein Verband, dem sich zahlreiche Anbieter angeschlossen haben, ist Ökokiste e.V. Diese Vereinigung garantiert die Lieferung von Lebensmitteln, die 100% biologisch angebaut wurden und weist überdies darauf hin, dass der Lieferservice die Umwelt erheblich entlastet, da die durchschnittliche Anfahrtsstrecke nur 1,5 Kilometer pro Kunde beträgt. Solltet ihr euch für den Bezug einer Gemüsekiste interessieren, schaut doch einfach mal auf die Internetseite des Verbands Ökokiste e.V. oder auf Gemüsekiste.de. Auf beiden Seiten besteht die Möglichkeit, nach Produzenten im eigenen Umfeld zu suchen.


Für alle Passauer habe ich als Tipp die Ökokiste Kößnach, ein Betrieb, der auch nach Passau liefert. Hier habt ihr, wie bei den meisten Betrieben, die Möglichkeit aus einer Vielzahl unterschiedlicher Gemüsekisten auszuwählen. Egal ob für einen Single-Haushalt, die komplette WG oder eine mehrköpfige Familie, ihr könnt euch die Kiste nach eurem eigenem Bedarf aus Obst, Gemüse, Fleisch, Brot etc. zusammenstellen. Oder ihr lasst euch einfach überraschen, welche Produkte ihr geliefert bekommt, denn manchmal kann es doch auch spannend sein, neue Gemüsesorten auszuprobieren. Durch mitgelieferte oder auf der Homepage zur Verfügung gestellte Rezepte wird sichergestellt, dass wir Verbraucher genau wissen, was wir mit den Produkten eigentlich alles machen können. 

 
Ich kann euch allen den Bezug einer Gemüsekiste nur empfehlen, denn so stellt ihr sicher, dass das Gemüse aus biologischem Anbau stammt, entlastet die Umwelt und spart euch die Zeit, die ihr für den Besuch eines Wochen- oder Supermarktes aufbringen müsstet.

Apropos Wochenmarkt, auch dort könnt ihr natürlich Produkte von regionalen Erzeugern erwerben, die zumeist darauf achten, nur Obst und Gemüse zu verkaufen, das auch tatsächlich aktuell Saison hat. Erkundigt euch doch einfach mal, ob es nicht auch in eurer Stadt einen Wochenmarkt gibt. In Passau findet dieser dienstags und freitags im Klostergarten und, wie die Passauer Neue Presse am 07.12.13 vermeldete, zukünftig samstags auf dem Domplatz statt. Schaut doch mal vorbei und lasst euch vom reichhaltigen Angebot und dem besonderen Charme von Wochenmärkten überzeugen!

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Eine kleines Weihnachtstagebuch...


Die kalte Witterung läßt die Gedanken klarer hervortreten, der Alltag mit seinen dummen Streitereien tritt zurück und macht wirklich Wichtigem Platz. Mein  Nachbar erzählt mir, daß er in diesem Jahr beabsichtige, seine Tanne im Garten mit hübschen Lichtern zu schmücken. Wegen der Stimmung. Finde das toll.

Seit gestern hat mein Nachbar einen Tannenbaum illuminiert. Kleine Lämpchen, ca. 20 Stück weiß. Sieht hübsch aus, sagt die ganze Nachbarschaft. Habe beschlossen, mich solidarisch an der Weihnachtsstimmung zu beteiligen und mich im Baumarkt nach kleinen Lämpchen umgesehen. Erstand kurzentschlossen eine 50er Lichterkette mit extrastarken Lämpchen, brilliantweiß. Werde sie gleich heute abend montieren.


Komische Sache. Mein Nachbar scheint meinen Wunsch zur gutnachbarlichen Zusammenarbeit zwecks Verschönerung der Straße missverstanden zu haben. Heute Morgen waren bei ihm sämtliche Tannenbäume sowie zwei Kirschbäume mit Lichterketten versehen. Eine flüchtige Zählung mit dem Feldstecher ergab eine Rate von mindestens 80 Lämpchen je Baum. Soll das ein Wettkampf sein? Ist doch erwachsenen Menschen unwürdig.


Kam heute Mittag zufällig im Baumarkt vorbei. Wussten Sie, dass man bei Abnahme von 15 Lichterketten a 150 Leuchteinheiten Sonderrabatte erhält? Besonders effektvoll seien blinkende Ketten, vorzugsweise die 250er-Einheiten mit Hochspannungs- sicherheitstransformator und induktiver Anschaltung. Da ich das für übertrieben halte, habe ich für die große Tanne lediglich 2 davon gekauft. Komme unter Einsatz von zwei Gummibäumen auf jetzt 14 behängte Gewächse. Ein Odem des Friedens geht vom Garten aus.

Eine Kampfansage. Mein verschwendungssüchtiger Nachbar hat den kompletten Zaun mit Leuchtkörpern behängt. Ca. 1000 rhythmisch blinkende Lampen in geschmacklosestem technicolor. Die Farbe bringt einen Stich ins proletarisch-billige in die Weihnachtsbeleuchtung. Das bestätigt auch mein Elektriker, der an unserer Fassade Leuchtsterne und die biblischen Motive angebracht hat. 

Die rhythmisch blinkenden Figuren an sämtlichen Fenstern verursachen schlimme Kopfschmerzen, die auch bei Betrachtung meiner neu angebrachten 5000-Watt-Licht-bogen-Himmelstrahler nur wesentlich besser werden. Sie werfen rhythmisch zuckende Lichtfinger in den wolkenverhangenen Himmel und geben einen interessanten Kontrast zu den lasergesteuerten Beamern, die auf den Wolken interessante Bilder und Szenen aus der Weihnachtsgeschichte schreiben. Dagegen sind die neu installierten Lauflichter an den Fassadenkanten des Hauses meines intriganten Nachbarn geradezu lächerlich profan.


Hatte heute Besuch eines Technikers der städtischen Stromwerke, der den fulminanten Anstieg meines Stromverbrauches für einen Defekt im Leitungssystem hielt. Unsere Unterhaltung wurde stark gestört durch das elektrische Glockengeläut auf dem Nachbargrundstück, das mit 38 Kupferglocken elektronisch gesteuert die bekanntesten Weihnachtslieder spielt. Beim Weggehen meinte er kopfschüttelnd, ob ich nicht etwas gegen diesen Glockenradau unternehmen wolle. Zeige ihn meine neuen 2000-Watt Außenlautsprecher und die zugehörige Abspielstation für das Unterhaltungsband Stille Nacht. Heute Abend gehe ich auf Sendung.

Die Menschenmassen in unserer Straße nehmen langsam unübersehbare Ausmaße an. Dabei kann ich voller Stolz feststellen, dass das Ausblasen von feinen Silbersternen vor dem Haus die allgemeine Bewunderung auf dieser Seite der Straße konzentriert. Da kann auch das Rentiergespann mit Kinderbelustigung meines Nachbarn nichts daran ändern. Zumindest seit meinen kostenfreien Ausschank von Getränken und der Verteilung von Gebäckteilen.

Etwas Merkwürdiges ist passiert. Die Stadtverwaltung hat alle weihnachtlichen Zurschaustellungen in meiner Straße verboten, mit dem völlig irrelevanten Argument, hier werde ein nicht genehmigter Weihnachtsmarkt abgehalten. Ich bin fassungslos. Und das an Weihnachten, dem Fest des Friedens und der Besinnung.


;) Eine kleine Anekdote über das teilweise verrückte Lichterwettrüsten an Weihnachten. Oft sinnloser Strom-verbrauch, verursacht durch hollywoodreife Inszenierungen einiger Häuser im „Hilfe es Weihnachtet sehr“-Style.
Unser Fazit: Ein wenig Stimmung ist ein Muss zur Weihnachtszeit! Jedoch bitte nicht übertreiben und wenn möglich mit energiesparenden LED-Leuchten. Und am stimmungs-vollsten sind meist eh die guten alten Kerzen…
Eine stimmungsvolle und fairgnügte Weihnachtszeit euch allen!

Dienstag, 10. Dezember 2013

Innovative Ideen um Heizkosten zu senken

Mal ehrlich. Ich bin bestimmt nicht die einzige, die Anfang des Jahres die  Nebenkostennachzahlungen für Strom und Gas mit äußerst gemischten Gefühlen erwartet. Denn bisher war es eher ein erschütterndes Erlebnis, mehrere hundert Euro für meine relativ kleine WG-Wohnfläche nachzahlen zu müssen. Vor allem innerhalb der WG kann es da schon mal zu Tränen und Ärger kommen, wenn die Schuld für die hohe Rechnung der Person zugeschoben wird, die die Heizung am höchsten aufdreht oder die immer das Licht brennen lässt. Andererseits halte ich auch nichts davon im Winter die ganze Zeit im Kalten zu sitzen und bin es auch leid über all die gleichen Ratschläge zu bekommen.

Doch der Kampf um eine möglichst geringe Nachzahlung macht erfinderisch. Immerhin hat mein permanentes Nachfragen beim Vermieter meiner Wohnung uns neue, vor allem winddichte Fenster beschert. Die Grundregeln, die man (eigentlich) von klein auf kennt, wie Heizung aus, dann Fenster auf, hab ich mittlerweile auch erfolgreich meinen Mitbewohnern beigebracht.  Der Anfang ist also getan. Und doch haben all diese Bemühungen noch nicht einen spürbaren Erfolg mit sich gebracht, der sich gut auf die Umwelt und für meinen Geldbeutel auswirkt. Also was tun?

Nach ein wenig Recherche bin ich auf Grünspar gestoßen, die ganz viele Daten rund ums Heizen sehr ansprechend und verständlich aufbereitet haben:
 

Laut Grünspar ist die höchste Heizkosteneinsparung, nämlich in Höhe von 27%, mit intelligenten Heizsteuerungssystemen möglich. Funktioniert wie folgt: man muss eine Steuerungsbox kaufen und dann alle Mitbewohner per Smartphone im System registrieren. Eine App verfolgt dann wo sich die Bewohner befinden und regelt dementsprechend die Raumtemperatur runter oder hoch. Damit würde auch wirklich nur geheizt werden, wenn jemand im Haus ist, also eine sehr nachhaltige Lösung.
Geht allerdings nur wenn man eine eigene Therme hat, also nicht per Fernferme heizt. Tja, damit entfällt diese Idee leider für meine WG.

 

Ich hab jetzt erstmal beschlossen die Haustür abzudichten, denn Türendichtungen bringen laut Grünspar auch schon Einsparungen von 10% mit sich. Falls die Nachzahlung dann doch jenseits meiner fantasievollsten Vorstellungen liegen sollte, bleibt mir immer noch diese Do-it-yourself-Variente. Genau genommen ist das sogar eine ziemlich innovative Idee, wie man mit wenig Aufwand eine Art Heizung selber bauen kann.

Man benötigt dafür nur:
  • 2 Tonblumentöpfe, die ineinanderpassen
  • 1 Stahlschraube
  • 4 Unterlegscheiben
  • 1 Mutter als Abschluss, mehrere Muttern als Abstandhalter
  • Kerzen/Teelichter




Montag, 9. Dezember 2013

Giftstoffe rein, Giftstoffe raus, Giftstoffe auf die Haut


Sodium Laureth Sulfate, Cocamidopropyl Hydroxysultaine, Inulin, Glycerin, Polyquaternium-7, Disodium Edta, Methylchloroisothiazolinone, CI 42090, Tocopherol, Hydroxyprpyl Methylcellulose...Was genau ist eigentlich das, was ich mir da jeden Tag auf Haut und Haare schmiere? Um das zu verstehen, muss man wohl Chemiker sein. Aber ganz ehrlich, gesund klingt das nicht.
Die meisten Inhaltsstoffe von Kosmetika sind tatsächlich alles andere als gesund. Sie sind teilweise sogar giftig, krebserregend oder schädlich für das Gehirn. Und obwohl die Produkte auf Verträglichkeit getestet werden, wirft so mancher Inhaltsstoff dennoch ein großes Fragezeichen auf. Nicht alle Chemikalien sind nämlich (ausreichend) getestet, geschweige denn ist bekannt, wie sie mit den anderen Chemikalien, denen wir im Alltag so begegnen, reagieren.
In Anbetracht der Tatsache, dass wir allein bei der Morgenwäsche mit ein paar Dutzend Chemikalien in Berührung kommen, ist das durchaus beunruhigend.
Wieso müssen denn in Kosmetik überhaupt so viele undefinierbare Inhaltsstoffe drin sein? Und vor allem, was kann man dagegen tun?

Das folgende Video The Story of Cosmetics von Annie Leonard greift genau diese Problematik auf. Die US-Amerikanerin setzt sich in einer Reihe von Videos kritisch mit dem Konsumkreislauf auseinander, d.h. mit dem Anbau der Rohstoffe, der Produktion, dem Vertrieb und dem Konsum von Waren – und den Folgen, die dieser mit sich bringt. Außerdem zeigt sie, dass die letzte Station im Kreislauf noch lange nicht der Mülleimer hinter unserem Haus ist. 
Anschauen lohnt sich!




Auch sehenswert: The Story of Electronics ganz getreu dem Motto "designed for the dump". Und für alle, die etwa 20 Minuten Zeit haben: The Story of Stuff