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Mittwoch, 12. Februar 2014

Valentinstag ohne Rosen?! Undenkbar!


Es ist wieder soweit und der 14. Februar steht vor der Tür. Und was wäre der Valentinstag ohne das Wahrzeichen der sich Liebenden schlechtweg - Rote Rosen.
Stellt euch vor - wir deutschen geben im Jahr rund 8,7 Milliarden Euro für Schnittblumen, Garten - und Zimmerpflanzen aus, das sind durchschnittlich 106 Euro pro Kopf. Und gar nicht mal so romantisch, kommt ein Großteil dieser Schnittblumen vom Billigdiscounter Aldi, der alleine ca. 40% der Nachfrage bedient. Nur 18% kann durch den Anbau in Deutschland abgedeckt werden. Die restlichen 82% werden importiert – die meisten davon aus den Niederlanden. Doch besonders im Winter stammt fast die Hälfte aller importierten Schnittblumen aus südlichen Ländern wie Kolumbien, Ecuador oder Kenia.

Die Schattenseite dieser bunten Blüten sind nicht nur Monokulturen und Pestizide, sondern auch die Ausbeutung der Arbeiter auf den Plantagen und ein enormer CO2-Ausstoß. Verrückt wenn man sich vor Augen hält, dass eine große Airline zum Valentinstag 1.000 Tonnen Rosen alleine nach Europa fliegt. Das entspricht einer Ladung von zehn Jumbo-Jets. Dann kommt noch die Lagerung der Blumen in einer ununterbrochenen Kühlkette und ihre Verpackung dazu! Und in Europa die Aufzucht in Treibhäusern.
Ein tragisches Beispiel für die Konsequenzen dieser Billig-Schnittblumen ist Kenia, der größte Schnittblumenexporteur nach Europa. Größtes Anbaugebiet liegt rund um den Naivasha-See, rund 80 Kilometer von Nairobi entfernt. Die Region ist generell eine mit der größten Biodiversität im Osten Afrikas. Doch durch den exzessiven Anbau von Schnittblumen leiden die lokalen Wasserressourcen. Denn aufgrund des immer weiter steigenden Bedarfs an Frischwasser für die Schnittblumenindustrie droht der See in Trockenperioden auszutrocknen.

 Gleichzeitig freut es mich auch euch von einem positiven Trend in Deutschland zu berichten, denn wir sind seit 2012 Fairtrade-Rosen-Weltmeister. Seit 2005 gibt es Fairtrade-Rosen in Deutschland zu kaufen und die Absatzzahlen steigen kontinuierlich und erreichen jährlich einen Marktanteil von bis zu 40%. Bereits 1998 wurde vom Verband des Deutschen Großblumenhandels, von Brot für die Welt, terre des hommes, dem Fachverband Deutscher Floristen und weiteren Verbänden das „Flower Label Program“ (FLP) ins Leben gerufen. Das FLP-Siegel garantiert eine umweltgerechte und menschenwürdige Produktion von Schnittblumen. Also, solltet ihr für eure liebsten Blumen kaufen wollen, achtet auf das Fairtrade-Siegel. Im Internet wird berichtet, dass diese sogar in herkömmlichen Supermärkten zu finden sind! 

Oder informiert euch auf http://www.fairflowers.de/







Donnerstag, 2. Januar 2014

Zur Nachhaltigkeit von Banken


Habt ihr euch schon mal überlegt, was die Banken eigentlich mit eurem Geld machen? Wisst ihr wofür es eingesetzt wird? Es wird viel über die soziale Verant-wortung von Unternehmen geredet, dabei denkt man vor allem an die großen multinationalen Konzerne. Aber was ist mit den Banken? Wenn ihr beim Abschluss eines Kontos unterschreiben müsstet, dass ihr damit einverstanden seid, dass euer Geld eventuell in Tierversuche, Gentechnik, Atomanlagen oder Waffenproduktion gesteckt wird, würdet ihr unterschreiben? 

("Herkömmliche") Banken gestalten ihre Investitionen meist nicht transparent. Sie brüsten sich mit den nachhaltigen Investitionen, die sie tätigen, aber solche, die nicht so ein positives Licht auf sie werfen werden nicht publik gemacht. 

Aber es gibt auch Banken, welche nachhaltig investieren, wie zum Beispiel die GLS Bank. Sie gilt als echte Konkurrenz zu „herkömmlichen“ Banken und zeichnet sich durch Transparenz aus. Außerdem besitzt sie eine interne Kontrollinstanz für die Auswahl nachhaltiger Anlagen. Investiert wird bei der GLS Bank nach einem Katalog von Positiv- und Negativkriterien. So wird zB. in erneuerbare Energien investiert, jedoch nicht in Rüstung und Tierversuche.  

Jede Bank hat eine eigene Definition von Nachhaltigkeit und eine etwas andere Ausrichtung. Falls du zu einer nachhaltigen Bank wechseln möchtest, ist es besonders wichtig sich im Vorfeld gut zu informieren. Dies schützt auch davor Geld in Banken oder Fonds zu stecken, welche nur nachhaltig aussehen, es aber nicht sind. Außerdem sollte man zunächst wissen, was einem selber am wichtig ist. Nachhaltige Banken sind außer der GLS Bank zum Beispiel: Triodosbank, Ethikbank und die Umweltbank.

Die Ergebnisse einer interessanten Studie zu dem Thema, welche untersucht, inwieweit deutsche Banken Atomanlagen weltweit finanzieren („Wie radioaktiv ist meine Bank“) sind hier zu finden:  
http://urgewald.org/kampagne/radioaktive-bank/die-strahlenden-banken

Sonntag, 22. Dezember 2013

Entscheidungshilfe bei der Markenauswahl - Rank a Brand


Wenn man sich zwischen zwei Marken entscheiden muss, geschieht das oft intuitiv oder aufgrund von Gewohnheit. Geh ich zu Edeka oder Rewe, kaufe ich Schuhe von Puma oder Adidas? Durch Werbung und andere Marketingstrategien werden uns Marken immer nur von der positivsten Seite gezeigt. Mit Rank a Brand kann man diese Wunderwelt der Werbung hinterfragen und somit bei seinen Entscheidungen darauf achten, dass man die Marken unterstützt, die auf Nachhaltigkeit setzten. 
Quelle, hier klicken

Rank a Brand will Marken transparenter machen und stellt regelmäßig Rankings auf, die aufzeigen, wie nachhaltig die Marken wirklich sind. Dabei wird unter anderem die klima- und umweltfreundliche Herstellung von Markenprodukten bewertet. Auch soziale Faktoren fließen in die Rankings mit ein. Die Informationen werden bspw. aus den Nachhaltigkeitsberichten der Markenhersteller gewonnen. Diese Informationen werden dann anhand eines Kriterienkatalogs, welcher Kriterien zu Fairness, Klima- und Umweltschutz beinhaltet, untersucht, bewertet und die Marken daraufhin von A bis E gerankt. Wird der Kriterienkatalog zu mindestens 75% eingehalten, so wird die Marke in die beste Gruppe (A) eingestuft. In der Darstellung seht ihr ein beispielhaftes Ranking von Supermärkten.

Der Verbraucher kann dadurch entscheiden, nachhaltigen Marken den Vortritt zu geben und hat dadurch die Möglichkeit, andere Marken zu schwächen. Auf der Internetseite von Rank a Brand können Verbraucher auch mit den Markenherstellern direkt interagieren. Einen weiteren positiven Aspekt haben die erstellten Statistiken: Die Markenhersteller selbst streben keinen schlechten Platz in den Rankings an und könnten dazu animiert werden, an Missständen etwas zu ändern.

Rank a Brand besitzt außer der Internetseite (www.rankabrand.de) übrigens auch eine eigene App, mit der ihr unterwegs beim Einkaufen Marken analysieren könnt. 

Hier eine schöne Zusammenfassung der Idee:





Sonntag, 15. Dezember 2013

Tchibo "Biokleidung" – auf dem Weg zu einer 100% nachhaltigen Marke?


Tchibo wurde 1949 in Hamburg gegründet, ist der viertgrößte Kaffeeröster der Welt und Marktführer in Deutschland. Seit 2006 betreibt das Unternehmen eine nachhaltige Geschäftspolitik. Der Konzern will einen Beitrag zur Entwicklung eines nachhaltigen Kaffeesektors leisten, engagiert sich für Sozialstandards in der Lieferkette und für den Klimaschutz. Ziel der nächsten Jahre: eine 100% nachhaltige Geschäftstätigkeit. Aber… ist das überhaupt möglich? Auch Kleidung aus Biobaumwolle kann man in einigen Aktionswochen bei Tchibo im Regal finden. Ich wollte herausfinden, was es damit auf sich hat. Was versteht man unter „Biobaumwolle“ überhaupt, werden da nicht die sozialen Bedingungen außen vor gelassen?

Bio darf sich nur jene Baumwolle nennen, die ausschließlich unter Verwendung von organischem Dünger, biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln und unter Ausschluss genmodifizierter Pflanzen hergestellt wird. Dies soll bei Tchibo mit dem Siegel Textil Exchange gesichert werden, welches den Anbau von kontrolliert biologischer Baumwolle fördert. Dadurch werden ökologische Standards gesichert, jedoch keine sozialen.  

Soziale Standards werden allerdings durch die Zusammenarbeit von Tchibo mit anderen Partnern berücksichtigt: 



  • Cotton made in Africa hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensverhältnisse und Wettbewerbschancen der afrikanischen Baumwollfarmer zu verbessern. Die Bauern werden bspw. in landwirtschaftlichen Praktiken geschult.  

  • Better Cotton Initiative setzt sich weltweit für einen verantwortungsvollen Anbau von Baumwolle ein. Betrachtet wird dabei die gesamte Baumwollwertschöpfungskette.

  • WE (worldwide enhancement of social quality) ist ein Qualifizierungsprogramm und wurde gemeinsam mit der GIZ entwickelt: lokale Trainer führen regelmäßig Schulungen in den Fabriken durch. Schwerpunkt ist der Dialog im Produktionsland, bei dem alle wesentlichen Stakeholder eingebunden sind. Es werden dabei auch gemeinsam Lösungen und Aktionspläne erarbeitet. Das Programm fördert damit Vertrauensbildung in den Fabriken sowie zwischen Fabriken und den Gewerkschaften und ist bspw. in Bangladesch mittlerweile für alle Zulieferer verpflichtend.

Es gibt zudem interne Richtlinie für die weltweite Produktion, welche aussagt, dass keine Ausbeutung, keine Kinderarbeit und keine Sklaverei die Grundlage von Geschäftsbeziehungen darstellen darf.

Momentan liegt der Anteil biologisch nachhaltig produzierter Baumwolle weltweit nur bei ca. 2 Prozent. Tchibo hat sich vorgenommen die Nachfrage von Baumwolle in geprüfter ökologischer und sozialer Qualität zu erhöhen, 2012 bestanden schon 25% der angebotenen Baumwolltextilien wenigstens zum Teil aus Biobaumwolle. Die Herkunft der Baumwolle soll vollständig transparent sein. Die Umstellung auf ökologischen Anbau ist schwierig, da sie viel Wissen erfordert, welches in den Produktionsländern oft fehlt. Tchibo engagiert sich daher in den Anbauländern dafür, dieses Wissen zu vermitteln.

Das Engagement zahlt sich aus: Tchibo wurde im April für seine umfassende Geschäftstätigkeit in Richtung Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung mit dem CSR-Preis der Bundesregierung ausgezeichnet und erhielt 2012 den Preis für Unternehmensethik vom Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik. Die nachhaltige Strategie wird also Stück für Stück weiter durchgesetzt. Ob 100% nachhaltig nicht eine sehr hochgegriffene Forderung ist, kann sicherlich diskutiert werden. Ein guter Anfang ist aber gemacht und ich finden, dass sich andere Unternehmen daran ein Beispiel nehmen können. Was meint ihr?



Einen Überblick über die verschiedenen sozialen/nachhaltigen Projekte des Unternehmens bekommt ihr hier: