Sonntag, 22. Dezember 2013

Entscheidungshilfe bei der Markenauswahl - Rank a Brand


Wenn man sich zwischen zwei Marken entscheiden muss, geschieht das oft intuitiv oder aufgrund von Gewohnheit. Geh ich zu Edeka oder Rewe, kaufe ich Schuhe von Puma oder Adidas? Durch Werbung und andere Marketingstrategien werden uns Marken immer nur von der positivsten Seite gezeigt. Mit Rank a Brand kann man diese Wunderwelt der Werbung hinterfragen und somit bei seinen Entscheidungen darauf achten, dass man die Marken unterstützt, die auf Nachhaltigkeit setzten. 
Quelle, hier klicken

Rank a Brand will Marken transparenter machen und stellt regelmäßig Rankings auf, die aufzeigen, wie nachhaltig die Marken wirklich sind. Dabei wird unter anderem die klima- und umweltfreundliche Herstellung von Markenprodukten bewertet. Auch soziale Faktoren fließen in die Rankings mit ein. Die Informationen werden bspw. aus den Nachhaltigkeitsberichten der Markenhersteller gewonnen. Diese Informationen werden dann anhand eines Kriterienkatalogs, welcher Kriterien zu Fairness, Klima- und Umweltschutz beinhaltet, untersucht, bewertet und die Marken daraufhin von A bis E gerankt. Wird der Kriterienkatalog zu mindestens 75% eingehalten, so wird die Marke in die beste Gruppe (A) eingestuft. In der Darstellung seht ihr ein beispielhaftes Ranking von Supermärkten.

Der Verbraucher kann dadurch entscheiden, nachhaltigen Marken den Vortritt zu geben und hat dadurch die Möglichkeit, andere Marken zu schwächen. Auf der Internetseite von Rank a Brand können Verbraucher auch mit den Markenherstellern direkt interagieren. Einen weiteren positiven Aspekt haben die erstellten Statistiken: Die Markenhersteller selbst streben keinen schlechten Platz in den Rankings an und könnten dazu animiert werden, an Missständen etwas zu ändern.

Rank a Brand besitzt außer der Internetseite (www.rankabrand.de) übrigens auch eine eigene App, mit der ihr unterwegs beim Einkaufen Marken analysieren könnt. 

Hier eine schöne Zusammenfassung der Idee:





Freitag, 20. Dezember 2013

Die größte Elektroschrotthalde der Welt oder wo unsere Weihnachtsgeschenke von vor zehn Jahren gelandet sind

Habt ihr euch schon mal gefragt wo eigentlich unsere alten Windows 95-Computer, Videorecorder, Scanner, Faxgeräte, Kopierer, Handys etc. mittlerweile gelandet sind? Gerade um Weihnachten herum ist bei uns die Zeit gekommen Elektrogeräte auszutauschen, Altes rauszuschmeißen um wieder auf dem technisch aktuellsten Stand der Dinge zu sein. Überall gibt es momentan Sonderangebote für Smartphones, Flatscreens und Tablets. Während wir also noch schnell bei Amazon unseren Weihnachtseinkauf mit einem Klick bestätigen bzw. zu Saturn oder Mediamarkt gehen, werden auf der größten Elektroschrotthalde der Welt in Ghana unsere ausgedienten Gerätschaften ausgeschlachtet. 

Agbogbloshie, so heißt der Ort mit der Müllhalde in Ghana, ist sowas wie ein Friedhof für alles, was wir als reiche Industrieländer nicht mehr wollen. Die Müllkippe ist ein Microkosmos mit eigenen Hierarchien, Aufgabenbereichen -- und jeder Menge Arbeit. Es gibt unzählige Menschen, die den Schrott sortieren, manche schmelzen Tag für Tag die Plastikumhüllungen von Kabeln. Andere nehmen die Geräte komplett auseinander, um an wertvolle Rohstoffe zu kommen, die im Inneren verbaut wurden: Silber, Gold, Palladium, seltene Erden, Kupfer. Das Geschäft boomt, für 500 Gramm Kupfer bekommt man dort rund 1,50 Euro. 
 
Was viele der Bewohner von Agbogbloshie nicht wissen ist, dass diese ganzen Stoffe und Dämpfe hoch giftig sind und Gehirn und Nervensystem dauerhaft schädigen. Nicht ohne Grund zählt der Ort zählt zu den Top 10 der verseuchtesten Gebiete der Erde.
 
Doch der Müll bringt die Jobs. Ghana ist mittlerweile eine der 20 schnellstwachsenden Volkswirtschaften der Welt. Das Land boomt, aber Agbogbloshie taucht in keiner Statistik auf, da es zum informellen Sektor gehört. Längst ist das Prinzip aus Müll Geld zu machen kopiert wurden. Für die Menschen in Agbogbloshie, die nicht wissen wie krank sie von der Arbeit werden, ist der Elektroschrott tatsächlich sowas wie Entwicklungshilfe.
 
Doch wie kommt unser Schrott eigentlich nach Ghana? Größtenteils wird er illegal außer Landes gebracht, denn es gibt Gesetze die verbieten kaputte Geräte zu exportieren. Aber es gibt eine Reihe von Möglichkeiten diese zu umgehen. Da das Verfahren zum Durchleuchten des Inhaltes von Schiffscontainern im Hafen noch in den Kinderschuhen steckt, werden immer wieder große Mengen Schrott per Container nach Übersee geschmuggelt. Aber hier wird sich ab Februar etwas ändern. 
Mittlerweile hat man in den Industrieländern erkannt, dass man die wertvollen Rohstoffe nicht wieder außer Landes bringen sollte, eben weil es die bei uns nicht gibt. Mit Beginn nächsten Jahres dürfen Secondhand-Geräte die EU nur noch verlassen wenn sie nachweislich noch funktionstüchtig sind. 

Was ihr tun könnt? Elektroschrott gesondert entsorgen und beispielsweise alte Handys keinesfalls in die Restmülltonne werfen. So können Spezialfirmen einen Großteil der Inhaltsstoffe wieder rausholen. Das kostet euch nichts, denn Hersteller und Händler sind zur Rücknahme verpflichtet und ihr leistet einen Beitrag für die Wiederverwendung der Rohstoffe.


Mittwoch, 18. Dezember 2013

Esprit, H&M, Mango und der Detox-Catwalk

Was haben H&M, Mango und Esprit gemeinsam? Und worin besteht die Gemeinsamkeit von Adidas und Nike ? Kann man auch bei Diesel und GAP eine Gemeinsamkeit erkennen? Diese Fragen liegen unserem heutigen Blogeintrag zu Grunde und sind für uns alle, abhängig von unserem Kaufverhalten, von großer Bedeutung.

Es ist an der Zeit, herauszufinden, welches Bekleidungsunternehmen es ernst meint mit dem Bekenntnis zur giftfreien Zukunft.“ Mit diesem kurzen Zitat beschreibt Greenpeace auf seiner Internetseite den Hintergrund des Detox-Catwalks. Ziel des Detox-Catwalks ist es, Unternehmen aus der Textilbranche zum Verzicht auf Giftstoffe in ihrer Supply Chain und ihrer Bekleidung zu bewegen und gleichzeitig deren Zielerreichung auf Basis von drei Grundprinzipien zu überprüfen. Diese drei Prinzipien, nämlich Vorbeugung und Vorsorge, Recht auf Wissen und damit Transparenz und die Eliminierung der Freisetzung giftiger Chemikalien dienen dazu, die getesteten Unternehmen in drei Gruppen aufzuteilen: Trendsetter, also all jene „Unternehmen, die sich zu Detox verpflichtet haben und ihre Branche mit glaubwürdigen Fristen, konkreten Maßnahmen und praxistauglicher Umsetzung in eine giftfreie Zukunft führen.“ Die sogenannten Greenwasher, nämlich die „Unternehmen, die sich zu Detox verpflichtet haben, aber nicht Wort halten“ und die sogenannten Schlusslichter, die auch als „Gift-Junkies“ bezeichnet werden, da sie sich weigern, jegliche Art von Verpflichtungen einzugehen.

Um nun auf die Eingangsfragen zurückzukommen: Ja, die aufgeführten Unternehmen haben etwas gemeinsam, abgesehen davon, dass sie alle Bekleidungshersteller sind. Die drei zuerst genannten Marken, also H&M, Mango und Esprit, und damit die Marken, die wahrscheinlich besonders gern von einer Vielzahl unserer Leserinnen und Lesern gekauft werden, werden von Greenpeace als Trendsetter bezeichnet, da sie konkrete Maßnahmen einleiten, um Giftstoffe aus ihrer Bekleidung zu verbannen. Da können wir nur sagen: Weiter so!
Adidas und Nike, also die beiden weltweit führenden Sportartikelhersteller, werden von Greenpeace nur als Greenwasher eingestuft, da bisher kaum Fortschritte erkennbar sind. Beide Unternehmen haben zwar Entgiftungsversprechen geleistet, jedoch diese bisher kaum realisiert. Hier besteht also noch sehr viel Handlungsbedarf und wir hoffen, dass sich diese Unternehmen zukünftig auch an ihre Versprechen halten.
Als besonders negativ werden durch Greenpeace Diesel und GAP eingestuft, sie werden als Schlusslichter bezeichnet. Diese Hersteller weigern sich bisher, ihr Schadstoff-Problem anzugehen und sich zu einer giftfreien Zukunft zu verpflichten. Sehr schade, wie wir finden, hier muss sich zukünftig noch einiges tun, damit wir Kunden gefahrlos die Artikel dieser Unternehmen kaufen können.

Wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt, haben wir hier nur ausschnittsweise von den Unternehmen berichtet. Auf der Detox-Catwalk-Website findet ihr noch weitere Informationen, beispielsweise welcher Bekleidungshersteller in welche Kategorie eingestuft werden kann und welche Kriterien Greenpeace überhaupt zur Bewertung definiert hat. Seht selbst!




Montag, 16. Dezember 2013

Möglichkeiten den Tag mal ein bisschen bewusster zu beginnen: Green Cup Coffee & Tree of Tea


Heut möchten wir euch auf 2 Geschäftsmodelle aufmerksam machen, die euch dabei helfen können, euren Tag bereits in nachhaltiger Art und Weise zu beginnen ;-)

Zum einen möchten wir euch GREEN CUP COFFEE vorstellen. Hier könnt ihr bis zur Plantage bzw. bis zur Finca nachverfolgen woher euer Kaffee genau stammt. Ihr könnt die zu 100 % fair gehandelten Kaffeesorten entweder online bestellen oder falls ihr mal in München seid, direkt im eigenen Coffeeshop, den es seit Anfang 2013 in der Schellingstraße 34 gibt. Falls euch noch eine Geschenkidee für Weihnachten fehlt, wäre das doch die optimale Lösung für kaffeesüchtige Freunde…


Green Cup Coffee in 90 Sekunden from Green Cup Coffee on Vimeo.

Für diejenigen unter euch, die ihren Tag lieber mit Tee beginnen, möchten wir euch eine weitere nette Idee vorstellen, die aus Passau kommt: TREE OF TEA. Hier werden acht wohl ausgewählte Sorten Tee im Online-Shop angeboten, die aus 100 % biologischem Anbau stammen. Wir finden eine super Idee!
Und das Probierset wär doch auch ein klasse Geschenk für Weihnachten.
 

Tree of Tea - The story from Tree of Tea on Vimeo.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Tchibo "Biokleidung" – auf dem Weg zu einer 100% nachhaltigen Marke?


Tchibo wurde 1949 in Hamburg gegründet, ist der viertgrößte Kaffeeröster der Welt und Marktführer in Deutschland. Seit 2006 betreibt das Unternehmen eine nachhaltige Geschäftspolitik. Der Konzern will einen Beitrag zur Entwicklung eines nachhaltigen Kaffeesektors leisten, engagiert sich für Sozialstandards in der Lieferkette und für den Klimaschutz. Ziel der nächsten Jahre: eine 100% nachhaltige Geschäftstätigkeit. Aber… ist das überhaupt möglich? Auch Kleidung aus Biobaumwolle kann man in einigen Aktionswochen bei Tchibo im Regal finden. Ich wollte herausfinden, was es damit auf sich hat. Was versteht man unter „Biobaumwolle“ überhaupt, werden da nicht die sozialen Bedingungen außen vor gelassen?

Bio darf sich nur jene Baumwolle nennen, die ausschließlich unter Verwendung von organischem Dünger, biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln und unter Ausschluss genmodifizierter Pflanzen hergestellt wird. Dies soll bei Tchibo mit dem Siegel Textil Exchange gesichert werden, welches den Anbau von kontrolliert biologischer Baumwolle fördert. Dadurch werden ökologische Standards gesichert, jedoch keine sozialen.  

Soziale Standards werden allerdings durch die Zusammenarbeit von Tchibo mit anderen Partnern berücksichtigt: 



  • Cotton made in Africa hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensverhältnisse und Wettbewerbschancen der afrikanischen Baumwollfarmer zu verbessern. Die Bauern werden bspw. in landwirtschaftlichen Praktiken geschult.  

  • Better Cotton Initiative setzt sich weltweit für einen verantwortungsvollen Anbau von Baumwolle ein. Betrachtet wird dabei die gesamte Baumwollwertschöpfungskette.

  • WE (worldwide enhancement of social quality) ist ein Qualifizierungsprogramm und wurde gemeinsam mit der GIZ entwickelt: lokale Trainer führen regelmäßig Schulungen in den Fabriken durch. Schwerpunkt ist der Dialog im Produktionsland, bei dem alle wesentlichen Stakeholder eingebunden sind. Es werden dabei auch gemeinsam Lösungen und Aktionspläne erarbeitet. Das Programm fördert damit Vertrauensbildung in den Fabriken sowie zwischen Fabriken und den Gewerkschaften und ist bspw. in Bangladesch mittlerweile für alle Zulieferer verpflichtend.

Es gibt zudem interne Richtlinie für die weltweite Produktion, welche aussagt, dass keine Ausbeutung, keine Kinderarbeit und keine Sklaverei die Grundlage von Geschäftsbeziehungen darstellen darf.

Momentan liegt der Anteil biologisch nachhaltig produzierter Baumwolle weltweit nur bei ca. 2 Prozent. Tchibo hat sich vorgenommen die Nachfrage von Baumwolle in geprüfter ökologischer und sozialer Qualität zu erhöhen, 2012 bestanden schon 25% der angebotenen Baumwolltextilien wenigstens zum Teil aus Biobaumwolle. Die Herkunft der Baumwolle soll vollständig transparent sein. Die Umstellung auf ökologischen Anbau ist schwierig, da sie viel Wissen erfordert, welches in den Produktionsländern oft fehlt. Tchibo engagiert sich daher in den Anbauländern dafür, dieses Wissen zu vermitteln.

Das Engagement zahlt sich aus: Tchibo wurde im April für seine umfassende Geschäftstätigkeit in Richtung Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung mit dem CSR-Preis der Bundesregierung ausgezeichnet und erhielt 2012 den Preis für Unternehmensethik vom Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik. Die nachhaltige Strategie wird also Stück für Stück weiter durchgesetzt. Ob 100% nachhaltig nicht eine sehr hochgegriffene Forderung ist, kann sicherlich diskutiert werden. Ein guter Anfang ist aber gemacht und ich finden, dass sich andere Unternehmen daran ein Beispiel nehmen können. Was meint ihr?



Einen Überblick über die verschiedenen sozialen/nachhaltigen Projekte des Unternehmens bekommt ihr hier: 



Freitag, 13. Dezember 2013

Saisonkalender, Gemüsekisten und Wochenmärkte

Für die meisten von uns stellen Obst und Gemüse Grundnahrungsmittel dar, denn Ernährungsexperten empfehlen den Verzehr von mindestens fünf Portionen Obst oder Gemüse pro Tag. Bei beiden Nahrungsmitteln stellt sich die Frage, wo man diese am besten kauft und welche Sorten aktuell überhaupt Saison haben. Auf der hier hinterlegten Seite findet ihr sowohl für Obst als auch für Gemüse Saisonkalender.  Für uns alle bedeutet die Orientierung an diesen Kalendern viele Vorteile: Besserer Geschmack, weniger Schadstoffe und ein günstigerer Preis. Doch wo kann man Gemüse und Obst kaufen, das aktuell Saison hat und zusätzlich, wenn möglich, aus regionaler Produktion oder gar von Biohöfen stammt?

Eine wunderbare Art und Weise, überwiegend regionale und frische Lebensmittel zu beziehen, ist die Bestellung einer Gemüsekiste (auch Bio- oder Ökokiste genannt). Die Belieferung von Privathaushalten mit Gemüsekisten hat sich in Deutschland mittlerweile etabliert und in den meisten Regionen findet sich ein Produzent, bei dem man eine solche Kiste bestellen kann. Ein Verband, dem sich zahlreiche Anbieter angeschlossen haben, ist Ökokiste e.V. Diese Vereinigung garantiert die Lieferung von Lebensmitteln, die 100% biologisch angebaut wurden und weist überdies darauf hin, dass der Lieferservice die Umwelt erheblich entlastet, da die durchschnittliche Anfahrtsstrecke nur 1,5 Kilometer pro Kunde beträgt. Solltet ihr euch für den Bezug einer Gemüsekiste interessieren, schaut doch einfach mal auf die Internetseite des Verbands Ökokiste e.V. oder auf Gemüsekiste.de. Auf beiden Seiten besteht die Möglichkeit, nach Produzenten im eigenen Umfeld zu suchen.


Für alle Passauer habe ich als Tipp die Ökokiste Kößnach, ein Betrieb, der auch nach Passau liefert. Hier habt ihr, wie bei den meisten Betrieben, die Möglichkeit aus einer Vielzahl unterschiedlicher Gemüsekisten auszuwählen. Egal ob für einen Single-Haushalt, die komplette WG oder eine mehrköpfige Familie, ihr könnt euch die Kiste nach eurem eigenem Bedarf aus Obst, Gemüse, Fleisch, Brot etc. zusammenstellen. Oder ihr lasst euch einfach überraschen, welche Produkte ihr geliefert bekommt, denn manchmal kann es doch auch spannend sein, neue Gemüsesorten auszuprobieren. Durch mitgelieferte oder auf der Homepage zur Verfügung gestellte Rezepte wird sichergestellt, dass wir Verbraucher genau wissen, was wir mit den Produkten eigentlich alles machen können. 

 
Ich kann euch allen den Bezug einer Gemüsekiste nur empfehlen, denn so stellt ihr sicher, dass das Gemüse aus biologischem Anbau stammt, entlastet die Umwelt und spart euch die Zeit, die ihr für den Besuch eines Wochen- oder Supermarktes aufbringen müsstet.

Apropos Wochenmarkt, auch dort könnt ihr natürlich Produkte von regionalen Erzeugern erwerben, die zumeist darauf achten, nur Obst und Gemüse zu verkaufen, das auch tatsächlich aktuell Saison hat. Erkundigt euch doch einfach mal, ob es nicht auch in eurer Stadt einen Wochenmarkt gibt. In Passau findet dieser dienstags und freitags im Klostergarten und, wie die Passauer Neue Presse am 07.12.13 vermeldete, zukünftig samstags auf dem Domplatz statt. Schaut doch mal vorbei und lasst euch vom reichhaltigen Angebot und dem besonderen Charme von Wochenmärkten überzeugen!

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Eine kleines Weihnachtstagebuch...


Die kalte Witterung läßt die Gedanken klarer hervortreten, der Alltag mit seinen dummen Streitereien tritt zurück und macht wirklich Wichtigem Platz. Mein  Nachbar erzählt mir, daß er in diesem Jahr beabsichtige, seine Tanne im Garten mit hübschen Lichtern zu schmücken. Wegen der Stimmung. Finde das toll.

Seit gestern hat mein Nachbar einen Tannenbaum illuminiert. Kleine Lämpchen, ca. 20 Stück weiß. Sieht hübsch aus, sagt die ganze Nachbarschaft. Habe beschlossen, mich solidarisch an der Weihnachtsstimmung zu beteiligen und mich im Baumarkt nach kleinen Lämpchen umgesehen. Erstand kurzentschlossen eine 50er Lichterkette mit extrastarken Lämpchen, brilliantweiß. Werde sie gleich heute abend montieren.


Komische Sache. Mein Nachbar scheint meinen Wunsch zur gutnachbarlichen Zusammenarbeit zwecks Verschönerung der Straße missverstanden zu haben. Heute Morgen waren bei ihm sämtliche Tannenbäume sowie zwei Kirschbäume mit Lichterketten versehen. Eine flüchtige Zählung mit dem Feldstecher ergab eine Rate von mindestens 80 Lämpchen je Baum. Soll das ein Wettkampf sein? Ist doch erwachsenen Menschen unwürdig.


Kam heute Mittag zufällig im Baumarkt vorbei. Wussten Sie, dass man bei Abnahme von 15 Lichterketten a 150 Leuchteinheiten Sonderrabatte erhält? Besonders effektvoll seien blinkende Ketten, vorzugsweise die 250er-Einheiten mit Hochspannungs- sicherheitstransformator und induktiver Anschaltung. Da ich das für übertrieben halte, habe ich für die große Tanne lediglich 2 davon gekauft. Komme unter Einsatz von zwei Gummibäumen auf jetzt 14 behängte Gewächse. Ein Odem des Friedens geht vom Garten aus.

Eine Kampfansage. Mein verschwendungssüchtiger Nachbar hat den kompletten Zaun mit Leuchtkörpern behängt. Ca. 1000 rhythmisch blinkende Lampen in geschmacklosestem technicolor. Die Farbe bringt einen Stich ins proletarisch-billige in die Weihnachtsbeleuchtung. Das bestätigt auch mein Elektriker, der an unserer Fassade Leuchtsterne und die biblischen Motive angebracht hat. 

Die rhythmisch blinkenden Figuren an sämtlichen Fenstern verursachen schlimme Kopfschmerzen, die auch bei Betrachtung meiner neu angebrachten 5000-Watt-Licht-bogen-Himmelstrahler nur wesentlich besser werden. Sie werfen rhythmisch zuckende Lichtfinger in den wolkenverhangenen Himmel und geben einen interessanten Kontrast zu den lasergesteuerten Beamern, die auf den Wolken interessante Bilder und Szenen aus der Weihnachtsgeschichte schreiben. Dagegen sind die neu installierten Lauflichter an den Fassadenkanten des Hauses meines intriganten Nachbarn geradezu lächerlich profan.


Hatte heute Besuch eines Technikers der städtischen Stromwerke, der den fulminanten Anstieg meines Stromverbrauches für einen Defekt im Leitungssystem hielt. Unsere Unterhaltung wurde stark gestört durch das elektrische Glockengeläut auf dem Nachbargrundstück, das mit 38 Kupferglocken elektronisch gesteuert die bekanntesten Weihnachtslieder spielt. Beim Weggehen meinte er kopfschüttelnd, ob ich nicht etwas gegen diesen Glockenradau unternehmen wolle. Zeige ihn meine neuen 2000-Watt Außenlautsprecher und die zugehörige Abspielstation für das Unterhaltungsband Stille Nacht. Heute Abend gehe ich auf Sendung.

Die Menschenmassen in unserer Straße nehmen langsam unübersehbare Ausmaße an. Dabei kann ich voller Stolz feststellen, dass das Ausblasen von feinen Silbersternen vor dem Haus die allgemeine Bewunderung auf dieser Seite der Straße konzentriert. Da kann auch das Rentiergespann mit Kinderbelustigung meines Nachbarn nichts daran ändern. Zumindest seit meinen kostenfreien Ausschank von Getränken und der Verteilung von Gebäckteilen.

Etwas Merkwürdiges ist passiert. Die Stadtverwaltung hat alle weihnachtlichen Zurschaustellungen in meiner Straße verboten, mit dem völlig irrelevanten Argument, hier werde ein nicht genehmigter Weihnachtsmarkt abgehalten. Ich bin fassungslos. Und das an Weihnachten, dem Fest des Friedens und der Besinnung.


;) Eine kleine Anekdote über das teilweise verrückte Lichterwettrüsten an Weihnachten. Oft sinnloser Strom-verbrauch, verursacht durch hollywoodreife Inszenierungen einiger Häuser im „Hilfe es Weihnachtet sehr“-Style.
Unser Fazit: Ein wenig Stimmung ist ein Muss zur Weihnachtszeit! Jedoch bitte nicht übertreiben und wenn möglich mit energiesparenden LED-Leuchten. Und am stimmungs-vollsten sind meist eh die guten alten Kerzen…
Eine stimmungsvolle und fairgnügte Weihnachtszeit euch allen!