Habt
ihr euch schon mal Gedanken über die Spendenaufrufe gemacht, die alle Jahre
wieder pünktlich zur Weihnachtszeit in den Medien und im Briefkasten auftauchen?
Überall wird momentan dazu aufgerufen Kinderpatenschaften abzuschließen und
afrikanische Kinder aus der Not zu retten. Interessanterweise vertreten die Darstellungen
in den Medien oftmals eine rassistische Perspektive, eine klare Schwarz-Weiß-Teilung,
in der weiße Europäer/ Nordamerikaner die Rolle des edlen Retters und die Afrikaner
die hilf- und sprachlosen Opfer ihrer Umstände verkörpern. Da fragt man sich
doch, ob diese Darstellungen gerechtfertigt oder doch rassistisch und anmaßend
sind.
Die
norwegische Hilfsorganisation SAIH will zeigen, dass Werbeclips für einen guten
Zweck auch anders sein können. SAIH setzt dabei nicht auf Stereotype, wie
Hunger, Armut etc., sondern auf kritisches Hinterfragen und bietet Denkanstöße
durch Rollentausch. Vor diesem Hintergrund entstand eine Anti-Kampagne, die sämtliche
in den Werbemaßnahmen verwendete Stereotypen aufgreift und sich gegen das typische
Schwarz-Weiß-Denken wendet:
Klar, das pro und contra gegen Hilfs- und Spendenorganisationen ist aus entwicklungspolitischer Sicht ein sehr komplexes Thema. Man kann auch nicht alle Hintergründe und Zusammenhänge von Armut in solchen Kampagnen darstellen, aber dennoch wurden vier Videos für den Golden Radiator Award nominiert, die nicht auf das Mitleid der Zuschauer setzen, sondern das Potential und die Handlungsfähigkeit der Menschen in den Vordergrund rücken. Auch wenn diese Beispiele alle nicht perfekt sind, so sind in diesen Clips die Afrikaner nicht als sprachlose Opfer dargestellt, sondern haben immerhin eine eigene Stimme.
Der Negativpreis, der Rusty Radiator Award, prangert vier Charityclips an, deren klischeehafte Kampagnen die Hilfsbedürftigen entwürdigen, ganz nach dem Motto: „Stereotypes harme dignity“.
Trotz
aller Kritik bin ich davon überzeugt, dass man mit einer Kinderpatenschaft innerhalb einer vertrauenswürdigen Organisation,
die transparent ist und verantwortungsbewusst mit ihren Ressourcen umgeht, einen
Unterschied in der Entwicklung eines Kindes machen kann und damit einen
nachhaltigen Einfluss auf deren Zukunftsperspektive haben kann. Denn ein gutes Bildungsfundament eröffnet nicht nur deutschen Kindern eine Reihe von Möglichkeiten. Allerdings ist
es im Dschungel der Hilfsorganisationen nicht leicht den Überblick zu behalten
und abzuschätzen, wie vertrauenswürdig eine Organisation wirklich ist. Wenn man
schon hilft, soll diese schließlich auch zu 100% ankommen!
Ich kann euch eine Kinderpatenschaft
bei der Organisation Compassion empfehlen. Dank vieler Stimmen von Menschen aus meinem Umfeld, die gute Erfahrungen damit gemacht
haben und sich vor Ort von der Wirksamkeit des Programms bereits überzeugt haben, habe
ich mich selbst für eine Kinderpatenschaft entschieden und unterstütze nun ein
Kind in Brasilien. Der Vorteil dieser Eins-zu-Eins-Patenschaft ist, dass damit gezielt
die ganzheitliche Förderung eines
Kindes unterstützt wird. Das heißt die Kinder haben die Chance ihr Leistungspotential
in der Schule zu entfalten und werden in ihrer persönlichen Entwicklung
gefördert. So kümmert sich Compassion nicht nur um Essen und Schulmaterialien,
sondern fördert die Kinder auch in der Freizeit. Zudem hat man als Pate regelmäßig
Kontakt zu „seinem“ Kind, man kann über Briefe oder via Mail kommunizieren und erhält
regelmäßig Updates und Fotos über Entwicklungen, Lernfortschritte etc. Außerdem
besteht die Möglichkeit sein Patenkind zu besuchen und sich selbst ein Bild von
der Arbeit der Organisation zu machen.
Macht euch mal Gedanken, vielleicht ist solch eine Unterstützung für euch auch eine vorstellbare
Option!