Bereits
letzte Woche haben wir über die traurige Wahrheit des Milliardengeschäfts das
mit unserer aussortierten Kleidung betrieben wird berichtet. Bleibt die Frage,
wenn man kommerzielle Sammler, wie es letztlich auch bei H&M der Fall ist
ablehnt, wohin dann mit meinen alten Klamotten?
Bleiben wir diesmal bei den Altkleidercontainern. Oft schon wurde in den Medien berichtet, dass die Kleidung die wir dort spenden überhaupt nicht karitativ eingesetzt wird. Und doch will ich nicht glauben, dass wenn ich beispielsweise beim Roten Kreuz Kleidung spende, diese nicht auch kostenlos an Bedürftige weitergegeben wird.
Bleiben wir diesmal bei den Altkleidercontainern. Oft schon wurde in den Medien berichtet, dass die Kleidung die wir dort spenden überhaupt nicht karitativ eingesetzt wird. Und doch will ich nicht glauben, dass wenn ich beispielsweise beim Roten Kreuz Kleidung spende, diese nicht auch kostenlos an Bedürftige weitergegeben wird.
In dem
unten aufgezeigten Beitrag (er geht diesmal eine halbe Stunde aber nehmt euch
bei schlechtem Wetter mal Zeit für eine Tasse Tee und schaut ihn an, ich kanns
nur empfehlen, vor allem den Schluss) sagt ein Sprecher des Roten Kreuzes: „Jeder
Mensch hat das Recht zu erfahren, was mit seiner Spende passiert.“ Doch wieso
verweigert sich dann eben diese Organisation Stellung dazu zu nehmen, was es
für Geschäfte mit den gespendeten Kleidern macht?!
Denn bei
etwas Recherche stellt sich schnell heraus, dass gemeinnützige Einrichtungen
die Container meist selber gar nicht entleeren, sondern sich von privaten
Firmen, wie dem Textilverwertungsgiganten Soex, ordentlich bezahlen lassen,
damit diese diesen Job für sie übernehmen -
mit dem Statement: Anders würde sich das ja gar nicht rechnen!! Dies
nennt man nichts anderes als einen Logo-Verkauf. So gibt sich das Rote Kreuz
her, dass private Firmen in ihrem Namen sammeln dürfen.
Fakt ist,
dass durch den explodierenden Konsum allein in Deutschland viel mehr Kleidung
anfällt, als Spenden für Bedürftige überhaupt benötigt werden. Die
Ausgabestellen quillen über, es gibt wesentlich mehr Angebot als Bedarf und
genau das Geschäft haben die Firmen gewittert. Die Kleidung wird sortiert und
in die ganze Welt verkauft. Im Beitrag wird als Beispiel Tansania aufgeführt.
Nur ein Land von vielen, das mit unserem ursprünglich gut gemeinten Spenden
überschwemmt wird. Das Paradoxe - die Menschen dort müssen dann im Verhältnis
zu ihrem geringen Monatslohn ein Vermögen für unsere ausgesonderte Kleidung
bezahlen, die wir eigentlich verschenkt haben. Gleichzeit wird deren eigene
heimische Textilindustrie völlig zerstört und Arbeitsplätze vernichtet. All
dies ist einem jedoch nicht bewusst, wenn man einen Beutel Kleidung in die
Altkleidertonne wirft…
Da stellt
sich die Frage - Was kann ich tun? Nun ja, klar, es wird immer irgendwie Kleidung
anfallen die nicht mehr zu tragen ist, sei es weil sie ausgewaschen ist oder
ganz einfach kaputt gegangen ist. Doch auch wenn die Altkleiderverwertung eine
einzige Schweinerei ist, können wir trotzdem darauf achten, an wen wir diese Altkleider
geben. Letztlich werden sie so gut wie immer skrupellos über Dritte
gewinnbringend weiterverkauft. Aber es gibt karitative Einrichtungen, die sich
damit zumindest nicht selbst bereichern, sondern den Erlös wieder für Projekte
und gute Zwecke nutzen. Hierfür bin ich auf eine aufschlussreiche Seite im Internet
gestoßen die trefflicherweise Fairwertung
heißt, wo ihr euch über das gesamte Thema Altkleidung und die möglichst
karitative Entsorgung
informieren könnt, wie zum Beispiel die Aktion Hoffnung aus Augsburg.
Der einzige
Ausweg aus dieser Misere wäre allein, die Masse an Altkleidung, die
beispielsweise in Deutschland anfällt, drastisch zu reduzieren! Klar, am
effektivsten aber auch am unbequemsten wäre es, deutlich weniger zu kaufen, um
hinterher auch nicht so viel wieder ausmisten zu müssen. Aber als bekennende Shoppingqueen fällt mir
das nun mal auch nicht einfach. Man - „Frau“-
steht ja doch immer in der Kabine und überlegt: Steht mir das wirklich?
Naja, ist ja ein Schnäppchen… man muss es nur gut kombinieren, etc.
Deshalb
habe ich für mich noch einen anderen Weg gefunden, für mich persönlich, zu
vermeiden, dass mein Konsum hinterher in diese Elendsspirale gelangt. Die Antwort klingt banal, teils verpönt, teils modisch
aufgewertet durch das Label „vintage“: Secondhand. Zugegebenermaßen war ich zu
Beginn skeptisch, bin jedoch positiv überrascht. Eine tolle Seite ist
Kleiderkreisel. Hier kann man nach Lust und Laune shoppen, ohne neue Ressourcen
zu beanspruchen, sondern bereits Hergestelltes nutzen. Und umgekehrt kann ich
Dinge wieder in den Umlauf bringen, sei es noch für Bares oder einfach verschenken,
damit die Sachen wieder getragen werden, die sinnlos bei mir im Schrank „gammeln“.
Ich war mehr als einmal überrascht von dem echt guten Zustand den etliche
Artikel noch haben, teils nie getragen, einfach von einem anderen Mädchen aus
reiner Shoppinglaune heraus gekauft.
Besonders
für die Passauer haben wir hier noch ein Schmankerl. Wer die Sachen lieber
sieht, bevor er sie mit nach Hause nimmt, um weiteres sinnloses „Gammeln“ zu
vermeiden, kann die Chance nutzen und am 26. November 2013 ab 18 Uhr an der 2.
Kleidertauschparty der HSG WinD mitzumachen! Dort könnt ihr alte Sachen
mitbringen und neue wieder mit nach Hause nehmen! Tolle Sache!
Für alle
die nicht aus Passau kommen, empfehle ich Kleiderrausch/Kleidertausch im
Internet zu suchen. Vielleicht gibt’s das ja auch für eure Stadt!
Ich gebe dazu meinen Kommentar / meine selbsterprobten Handlungstipps ab:
AntwortenLöschen1) Weniger kaufen.
2) An jedem Supermarkt steht doch ein Asylbewerber und versucht die Obdachlosenzeitung zu verkaufen (jedenfalls in Berlin). Kommt mit denen ins Gespräch. Meist sind sie recht arm und haben Kinder. Fragt, ob ihr ihnen ein Geschenk machen könnt.
3) Verschenkt, verkauft, tauscht eure Klamotten. Es gibt dafür mittlerweile etliche Plattformen und außerdem ebay. Vielleicht freut sich auch ein caritative Einrichtung (Kloster in eurer Nähe?) über eure Kleiderspende.
Aber bitte boykottiert die Kleiderboxen. Die Sachen landen in Afrika und machen dort die hersttelenden Firmen kaputt.
Da können wir dir nur zustimmen Sophie! Probiert das mit dem Kleidertausch/Wiederverkauf mal aus. Entweder live und zum anfassen in eurer Stadt oder online! Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht! :)
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